Aktuell

Stopp der weiteren Akademisierung!

Braucht es für Lehrpersonen an der Primarschule ein Masterstudium? Oder für Kindergärtnerinnen bzw. Kindergärtner? Für mich ist klar: Nein!

Deshalb ist mir am vorletzten Sonntag beinahe der Appetit auf den frischen Zopf vergangen, als ich mir einen Bericht in der NZZ am Sonntag zu Gemüte führte.

Bildquelle: http://www.hallo-ausbildung.de

So konnte ich lesen, dass die pädagogischen Hochschulen ein Masterstudium für Lehrpersonen der Primarschule und für Kindergärtnerinnen bzw. Kindergärtner vorschlagen. Es handelt sich um einen Ausbau des dreijährigen Bachelor-Studiengangs zu einem Masterstudium von viereinhalb bis fünf Jahren. Diese Botschaft am Sonntag hat mich dazu veranlasst, mit einem Postulat zu reagieren. Ich fordere vom Regierungsrat, in einem Bericht darzulegen, wie er verhindert, dass für Kindergärtnerinnen und Kindergärtner sowie für Primarlehrpersonen ein Masterstudium notwendig wird. Damit ist der weiteren Akademisierung der Lehrpersonenbildung im Aargau entgegenzutreten.

Was hat mich zu diesem Vorstoss veranlasst? Eine Verlängerung des Studiengangs führt einerseits zu höheren Kosten bei den von den Kantonen finanzierten Hochschulen und belastet so die Steuerzahlenden. Andererseits würden sicherlich Forderungen nach höheren Löhnen laut. In einer Zeit, in welcher der Kanton Aargau Defizite von über 200 Millionen Franken schreibt, stehen solche Forderungen quer in der Bildungslandschaft. Es ist fragwürdig, ob eine Verlängerung der Studien-dauer bzw. ein Masterstudiengang zur Steigerung der Bildungsqualität beiträgt und geeignete Personen für diesen Beruf begeistert werden können. Und letztlich stellt sich die Frage, ob die Bildungsfranken wirkungsvoll eingesetzt werden. Was hilft es, wenn eine Primarlehrperson ein Masterabschluss hat, aber auf der Schulreise nicht in der Lage ist, ein Feuer zu entfachen?

Neben diesem Postulat habe ich im Rahmen einer Interpellation ergänzende Fragen zur Kindergarten- und Primarlehrpersonenbildung an den Regierungsrat gestellt. Weshalb?

Die Ausbildung von Kindergarten- und Lehrpersonenbildung an der Pädagogischen Hochschule erfolgt gemeinsam. Es handelt sich dabei um keine Allrounder-Ausbildung. Dies führt dazu, dass bereits Schülerinnen und Schüler an der Primar-schule verschiedene Bezugspersonen erhalten. Unruhe im Unterricht ist die Folge. Schülerinnen und Schüler sind damit unterschiedlich stark gefordert. Deshalb interessieren mich die Antworten des Regierungsrats auf folgende drei Fragen:

  1. Kann sich der Regierungsrat vorstellen, die Ausbildung der Primarlehrpersonen an der Pädagogischen Hochschule wie folgt zu ändern, um wieder mehr Ruhe in die Schulzimmer zu bringen: Allrounder-Ausbildung anstatt Fächergruppen, separater Bildungsgang «Kindergärtnerinnen und Kindergärtner»?
  2. Wie kann sichergestellt werden, dass in Zukunft Primar-lehrpersonen als Allrounder ausgebildet werden?
  3. Welche Massnahmen erscheinen dem Regierungsrat notwendig, um die Tätigkeiten der Pädagogischen Hochschulen auf das Wesentliche zu fokussieren?

Mit Spannung erwarte ich die regierungsrätlichen Antworten – Affaire à suivre!

Jetzt teilen:

Weitere Beiträge

05.08.2020

Rückreise von Asylsuchenden in ihre Herkunftsländer

Antwort des Regierungsrates zur Interpellation

Mehr erfahren
04.07.2020

News aus dem Grossrat

Letzte Ratssitzung vor den Sommerferien

Mehr erfahren
24.06.2020

News aus dem Grossrat

Massnahmenpaket COVID-19 und Prüfauftrag für Weiterbildungen

Mehr erfahren